leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!
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27. Mai 2018 - Katzie feiert Geburtstag und 35.000 feiern mit!

Das klingt, als wäre eine auf facebook angekündigte Party ordentlich eskaliert, aber so schlimm war es zum Glück dann doch nicht! Auf facebook angekündigt stimmt allerdings, denn am 27. Mai 2018 fand der mittlerweile 31. Österreichische Frauenlauf in Wien statt. Und genau an diesem Tag war mein 42. Geburtstag. Keine Frage für mich, ich würde laufen und nicht mit der Familie feiern. Der Frauenlauf ist einfach eines meiner liebsten Events des Jahres – mal abgesehen von Weihnachten, das schlicht und ergreifend nicht zu toppen ist.

 

Am 26. Mai fahre ich also wie jedes Mal mit meinem Auto nach Wien, checke am Campingplatz Alte Donau ein und stürze mich in das Frauenlauf Getümmel. Auch heuer wieder hat mich der Inhalt des Startersackerls schier sprachlos gemacht (kleiner Insiderwitz) und das Tempo, in dem die Abholung der Startnummern und die Ausgabe von Startersackerl und Shirt von Statten ging, war genauso wie die freundliche Professionalität der Akteurinnen wie immer unvergleichlich. Besonders entzückt hat mich, dass mir bei der Übergabe der Startnummer das Mädchen am Schalter „Alles Gute zum Geburtstag“ gewünscht hat. Erst da sehe ich, dass mein Startnummernkuvert mit einem Aufkleber geschmückt ist, der auf meinen morgigen Geburtstag hinweist und darauf, dass mich morgen ab 13:00 Uhr auf der Frauenlaufbühne eine kleine Überraschung erwarten wird. Neugier!!!

 

Auf der Laufmesse treibt es mich in den Running Store auf der Suche nach einem vernünftigen Trinksystem und eventuell neuen Laufschuhen. Leider werde ich in nicht fündig, aber dafür kann ich mich mit einem großen Kaffee und Müsliweckerl bei einem der Gastro Stände trösten. Auch heuer wieder ist es fast unmöglich, den Platz zu queren, ohne sofort von massiver Lust auf ungehemmte Nahrungsaufnahme überfallen zu werden. Am Campingplatz wasche ich noch schnell das neue Frauenlauf Shirt aus – heuer ist es dunkelblau mit dem Aufdruck von mehreren Perlenketten vorne und es ist zum ersten Mal von ASICS – ich glaube, die Jahre davor war es von NIKE - und hänge es in die Sonne, damit es morgen zum Lauf trocken ist. Es ist heiß genug und ein ständiger leichter Wind hilft mir bei meinem Unterfangen sehr. Anschließend gehe ich eine kleine Runde entlang der Donau laufen. Es ist richtig, richtig heiß und die Luft ist geschwängert von Kotelett- und Würstelduft, denn auf Höhe des Campingplatzes befinden sich auch die offiziellen Grillplätze.

 

Die Nacht ist wie immer kurz und als mein Wecker läutet, bin ich schon seit einiger Zeit wach, denn ab sechs Uhr morgens belebt sich der Campingplatz. Dann gibt es Tee und Kaffee, ein Weckerl und einen halben Rohriegel. Als ich um acht Uhr gemütlich bei den Waschräumen aufschlage, zappeln dort bereits zwei Damen mit den Frauenlaufshirts und Startnummern am Bauch herum. Sie haben Nordic Walking Stöcke bei sich (und das Kürzel „NW“ auf ihren Startnummern) und somit weiß ich, dass sie nicht vor 11:10 Uhr starten werden. Ich frage sie völlig fassungslos, warum sie bitte drei Stunden vor dem Bewerb schon fix und bereit sind und sie teilen mir lachend mit, dass sie sich noch mit einigen Bekannten „zum Vorfeiern“ treffen werden. Alles klar...

 

Mein Start wird um 10:30 Uhr sein und daher fahre ich um kurz nach neun mit dem Auto vom Campingplatz und parke wie jedes Jahr auf einem der Plätze an der Zufahrtsstraße zur U-Bahn Station. Ich finde sogar einen Platz, der in den nächsten Stunden von einem großen Baum beschattet sein wird, decke aber trotzdem die Alufolie über die Frontscheibe. Dann marschiere ich zur U-Bahn Station und schon unterwegs gesellen sich etliche andere Damen, teilweise im neuen Shirt und teilweise auch in Shirts aus den Vorjahren dazu. In der U-Bahn Station das gewohnte Bild: Lauffrauen, soweit das Auge reicht mit ihren Begleitern bzw Betreuern.

 

An der Kleiderabgabe sind heuer zum ersten Mal durchsichtige Beutel vorgeschrieben und ich habe bei der Startnummernausgabe einen Beutel bekommen, den ich an einer beliebigen Abgabestelle einem jungen Mann aushändigen kann und dafür einen Aufkleber auf meine Startnummer bekomme.

 

Nach dem Üblichen Herumtrödeln und noch ein paar Schlucken aus der Trinkflasche begebe ich mich in Richtung Start und steuere unterwegs auch wie gewohnt ein Dixie Klo an. Heuer hapert es ein wenig mit der Klopapier Versorgung und zum Glück drückt mir ein netter Begleiter einer anderen Läuferin zwei Taschentücher in die Hand, als ich völlig ratlos herumfrage, ob es nicht Toiletten MIT Papier gäbe. Ich bin von den vergangenen Jahren, wo alles tipptopp geklappt hat und alle Dixies perfekt in Schuss waren, etwas verwöhnt.

 

Im Startblock reihe ich mich gleich einmal falsch ein, denn als ich um mich schaue, sehe ich lauter „B“ Kennzeichnungen. Ich sollte aber im Startblock „A“ laufen, was aufgrund meiner heuer eher mäßigen Form ohnehin ziemlich ambitioniert ist. Langsam sickere ich bis zum vordersten Stück des Startblocks B durch, schlüpfe unter dem Band in den richtigen Startblock und suche mir einen Platz rechts im mittleren Bereich. Dort hoffe ich, nicht allzu vielen schnellen Läuferinnen im Weg zu stehen und selbst auch nicht auf allzuviele Frauen aufzulaufen, die es „gemütlich angehen“ wollen, sich aber trotzdem an die Pole Position gestellt haben. Man lernt ja schließlich dazu.

 

Als dann der Donauwalzer über die Lautsprecher eingespielt wird, bin ich so gerührt, dass mir fast die Tränen kommen und ich lenke mich damit ab, mit meiner NIKE Uhr auf Satellitensuche zu gehen. Kein GPS Signal. Es sind nur noch drei Minuten bis zum Start. Kein GPS Signal. Ich recke die Hand in die Höhe, um vielleicht das Signal leichter zu erlangen. Kein GPS Signal. Noch eine Minute bis zum Start. Endlich hat meine Uhr Empfang und schon wird der Countdown gezählt.

 

Wie immer starte ich zu schnell und renne mit vielen anderen übermotivierten Frauen los, als ob es kein Morgen gäbe. Das Feld ist dicht und ich suche bis zur ersten Kilometertafel nach einer guten Position, in der ich meinen Schritt finden kann. Es ist heiß und nahezu windstill. Und es ist schon halb elf vorbei, also kommt schon langsam die Mittagshitze auf. Als die Spitzenläuferinnen uns auf der Begegnungsstrecke entgegen kommen, klatsche ich und feuere die schnellen Damen an. Einige Läuferinnen folgen meinem Beispiel, aber bei weitem nicht so viele wie in den Jahren zuvor. Die Hitze scheint alle zu lähmen. Wie immer laufen auch heuer wieder Vierer- bzw Dreiersperrketten von Freundinnen nebeneinander und ich muss einige Male aufs Bankett ausweichen, um vorbei zu kommen. Vielleicht sollte es wirklich einmal einen „Läuferknigge“ für Wettkämpfe geben, ich finde es jedes Mal wieder ärgerlich, mich zwischen solchen Barrikaden durch kämpfen zu müssen. Aber wenigstens sind hier keine Walkerinnen, wie beim Frauenlauf in Graz, wo mir trotz eigenem NW-Startblock im hinteren Bereich mitten im Läuferfeld Aluprügel vor die Schienbeine schlugen.

 

Am Lusthaus geht es vorbei, diese Kurve hat es auch heuer in sich und eine Läuferin weiter vorne warnt uns gerade noch rechtzeitig vor der mitten am Gehsteig aufgestellten „Halten und Parken verboten“ Tafel. Dann tauchen wir kurz in den Schatten der Bäume auf der Praterallee ein, aber auch hier ist es drückend schwül. Wie immer begleiten Samba- und andere Musikgruppen unseren Weg und ich freue mich über die Abwechslung. Bald kommt die erste Labestelle und ich laufe durch, denn ich habe das Gefühl, gut hydriert zu sein. Doch schon zwei Kilometer später merke ich meinen Fehler. Mein Kreislauf fängt an, zu bocken und ich bekomme Gänsehaut. Die Hitze macht mir scheinbar doch etwas mehr zu schaffen als gedacht. Die ersten Läuferinnen sitzen bereits am Wegrand oder stützen sich an Bäumen ab, Sanitäter kümmern sich um Kollabierte und ich drehe mein Lauftempo dramatisch herunter, denn ich bemerke jetzt auch, dass mein Sehvermögen sich wieder verschlechtert. Zum Glück kommt schon kurz nach der 6-Kilometer Marke die nächste Labestelle und ich nehme mir einen Becher mit Wasser und wechsle zum Gehen. Erst knapp einen halben Kilometer später kann ich wieder anlaufen. Es fühlt sich nicht schlimm an, aber meine Stimme im Hinterkopf, die deutlich die Bilder der bisherigen Hitzeopfer reflektiert, sagt mir, dass die heißeste Strecke noch kommt. Wir müssen ja noch durch den Prater und dort war es auch in den letzten Jahren immer brutal heiß. Immer wieder wechsle ich kurz vom Laufen zum Gehen und dann wieder zum Laufen. Das ist mir in Wien glaube ich noch nie passiert. Aber gut, ich bin ja nicht mehr die Jüngste und mein Trainingszustand momentan – ach, lassen wir das lieber!

 

Endlich sehe ich den Linksknick vor mir auf der Hauptallee. Ab jetzt weiß ich, dass ich es schaffen werde. Ich lasse mich auch dieses Jahr nicht von diversen Werbebögen in die Irre führen, denn ich weiß: Nur der DM-Bogen ist der Zielbogen und laufe endlich nach 54:30 Minuten ins Ziel. Immerhin, unter 55 Minuten. Aber berühmt ist diese Leistung natürlich nicht. Kein Wunder bei meiner momentanen Form! Glücklich nehme ich die Rose und die Medaille entgegen und schaue mich nach einer Wasserflasche um. Dann gehe ich erst einmal aus dem Zielbereich in den Schatten, wo ich mich ein paar Minuten hinsetze.

 

Nach dem Abholen des Kleiderbeutels warte ich noch ewig im Schatten von ein paar Bäumen, dass ich endlich aufhöre, zu schwitzen. Dann ziehe ich mir wieder meine Alltagssachen an und warte auf die Siegerehrung der Elite, in deren Anschluss die angekündigte Überraschung für die Geburtstagskinder stattfinden soll. Tatsächlich werden dann ALLE Frauen aufgerufen, die am 27. Mai Geburtstag haben. Wir sind richtig viele, leider scheinen schon etliche nach Hause gefahren zu sein, denn die Anzahl der aufgerufenen Namen ist deutlich höher als die Zahl derer, die schließlich auf der Bühne Aufstellung nehmen. Alle sichtlich Volljährigen bekommen eine Flasche Frizzante und die Jüngeren eine Box von Kelloggs. Dazu gibt es noch einen DM Gutschein über 10,-- Euro, ich bin ganz gerührt. Zu den Klängen von „Happy Birthday to you“ stellen wir uns noch für ein Foto auf, anschließend geht die Siegerehrung weiter.

 

Die schnellste Zeit an diesem Tag auf der 5km Strecke lief die Niederländerin Susan KRUMINS mit 15:57 Minuten und auf der 10km Strecke siegte die Schwedin Charlotte KARLSSON in 35:24 Minuten. Wow. Einfach nur wow. Und wenn man die Zielfotos der beiden Damen sieht – Respect! Beide sind so hübsch wie sie schnell sind und absolut sympathisch, soweit man das nach den Interviews auf der Siegerbühne beurteilen kann.

 

Die älteste Starterin über 5km war Laura SEYFRIED mit sagenhaften 85 Jahren und dem Aussehen einer Anfang 70jährigen und über die 10km Strecke startete Johanna EBNER, der man ihre 80 Jahre ebenfalls auf keinen Fall ansieht. Zwei absolute Vorbilder!

 

Ungewohnt spät mache ich mich heuer auf den Heimweg. Inzwischen steht mein Auto tatsächlich im Schatten und ich trinke noch gemütlich den Kaffee, den ich in der Früh in die Thermoskanne gefüllt habe und der mittlerweile angenehm abgekühlt ist und esse dazu einige Reiskekse. Dann gondle ich entspannt zurück nach Graz. Ein gelungener Geburtstag.

 

Nachtrag: Sollte das Laufshirt im nächsten Jahr NOCH dunkler sein als heuer, empfehle ich, bei ähnlich heißem Wetter, im Start- und Zielbereich Waagen aufzustellen. Ich glaube, der durch das immense Schwitzen verursachte Gewichtsverlust könnte im Zielbereich noch den einen oder anderen Siegestaumel verstärken!!!

3.7.18 10:58
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


PP / Website (10.4.19 12:38)
Wer ist denn der Herr Lugner? Ist das ein Gentleman mit edlem Stammbaum oder ein alter Lüstling, der sich mit seinem Geld Frauen kauft, die seine Enkel sein könnten?

Muss man jeden kennen, der sich in die "feine" Gesellschaft einkauft? Ich kenne den Herrn Lugner auch nicht, aber ich weiß, wer er ist.

LG Sven

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