leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!
leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!



leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!

  Startseite
    Fitline Test
    About me
    Laufübersicht der Serie
    leben
    laufen
    motorradfahren
    links
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/katzie

Gratis bloggen bei
myblog.de





Prosit 2015, der Grazer Silvesterlauf 2014 aus Katziesicht

Das Jahr 2014 ging langsam dem Ende zu. Es war kein wirklich tolles Jahr und über die Details will ich jetzt gar nicht reden. Nur soviel. Es wurde wenig gelaufen. Positiv 2014 war: eine Woche Kajakfahren in Obervellach. Nette Bekanntschaften am Wasser. Und jetzt läuft es wieder.

Um die kommende Laufsaison 2015 gleich passend zu starten, hab ich mich entschlossen, am Silvesterlauf 2014 teilzunehmen. Warum der Silvesterlauf 2014 schon zum Jahr 2015 zählt? Ganz einfach. Weil der Muskelkater erst für den 01. oder auch den 02. Jänner 2015 vorherzusagen ist!!!

 

Veranstaltet wird der Silvesterlauf in Graz von der Gratiszeitung WOCHE und Anmeldung und Zeitnehmung laufen über anmeldesystem.com. Nix Pentek-Timing. Auch der VCM Winterlauf Cup läuft unter anmeldesystem. Schön langsam bekommt der Pentek Chip jedesmal was Nostalgisches, wenn ich ihn tatsächlich verwenden kann. 2014 war das genau einmal der Fall. Beim Frauenlauf in Wien. Aber das ist ja jetzt nicht das Thema.

 

Also via Internet angemeldet. Startnummer 1022 am 30. Dezember 2014 beim HERVIS im Citypark geholt. Zwischen den ganzen "unerwünschte Weihnachtsgeschenke umtauschen" Versuchern durchgequetscht, bekam ich mein Startersackerl und den Chip von einem sehr netten jungen Mann. Dafür, dass er so nett und witzig war, verzeihe ich ihm auch gerne, dass er und sein Kollege eher chaotisch wirkten und nicht gerade zeiteffektiv arbeiteten.  

Beim Abstellen des Startersackerls klirrt es. Ich bin gewöhnt, dass Startersackerl "Plompf" machen, wenn man sie abstellt. Weil eine PET Flasche mit einem Sportgetränk darin ist. Auch "Donk" bin ich gewöhnt, wenn etwa eine Dose eines Energydrinks in dem Sackerl drin ist. Aber "Klirr"? Seit wann gibt es Sportgetränke in Glasflaschen? Ich schaue sofort nach, was da - hoffentlich nicht kaputtgegangen - ist und finde eine Piccolosekt Flasche. Wie nett! Silvesterlauf und Piccolosekt! Das ist ja mal eine wirklich ulkige Idee! Weiters gibt es in dem Startsackerl einen roten Apfel (vermutlich von der "frisch-saftig-steirisch" Sorte), eine Flasche Gatorade, ein Stück Traubenzucker im Einzelpack, ein rosa Zuckerl und einen etwa 2x1,5cm großen elliptischen "Shieldcleaner" mit Hervis-Aufdruck. ???? Wozu auch immer man das Teil benutzt..??

 

Nach kurzer Rücksprache mit Coach Papa lasse ich den Tag mit der Fahrradrunde nach Hause ausklingen und lese wieder viel zu lang in meinem neuesten Buch. Aber nachdem der Start erst um 14:30 Uhr ist, habe ich nicht so große Sorge, zu wenig Schlaf zu bekommen.

Um 12:30 Uhr verlasse ich das Haus in Richtung Bushaltestelle. Gerade, als mein Papa anruft, um mir Alles Gute für den Lauf zu wünschen. Um 12:45 Uhr stehe ich vor dem großen Zelt, in dem sich schon eine Menge Läufer drängen, um der Kälte zu entgehen. Es ist nämlich richtig frostig in Graz und ich habe zwar die Dreiviertelhose angezogen, aber dazu die Kompressionsstutzen, um kein nacktes Wadenfleisch in die kalte Luft zu halten. Unter dem Vereinstrikot trage ich ein langärmeliges Shirt vom Kaffeeröster. Trotzdem ist mir nicht gerade heiß. Meine Recherche zum Thema Kleiderabgabe ergibt: nichts. Es gibt keine Kleiderabgabe. Einige Optimisten stellen ihre Rucksäcke im Bereich der Bühne, der Essensausgabe oder auch bei der Lautsprecherbox mit dem optimistischen Gedanken: Sportler klauen doch wohl nicht! ab. Ich bin auch ein Optimist. Allerdings ein Optimist mit Lebenserfahrung und daher spaziere ich in meine knapp 1km entfernte ehemalige Firma und bitte die Kollegen, meinen Rucksack bis nach dem Bewerb abstellen zu dürfen. Ich darf. Kurz vor viertel drei schlüpfe ich aus der langen Überhose und der kuscheligen Jacke und trabe zum Start, wo ich noch ein paar wertvolle Minuten mit anderen fröstelnden Athleten im warmen, nach allerlei Essen riechenden Zelt verbringe.

Dann treibt uns die Lautsprecheransage, dass in zwei Minuten das Rennen beginnen würde, hinaus in den Startbereich, wo wir bibbernd vor uns hin hoppeln und versuchen, nicht auszukühlen. Keine Ahnung, wie lange wir tatsächlich gewartet haben. Zwei Minuten waren es fix nicht. Aber so viele Minuten wie es sich angefühlt hat, vermutlich auch nicht. Endlich wird der Countdown heruntergezählt und wieder einmal darf man sich als weiter hinten Startender über die ganz Schlauen freuen, die sich in die vordersten Reihen gequetscht haben, um jetzt gemütlich loszuspazieren. Da ich ziemlich im Mittelteil des Startblocks meinen Platz hatte, laufe ich auf unzählige dieser Helden auf. Aber da ich mit einer sehr entspannten Einstellung an den Start gegangen bin, kann mich das Stop-and-go Geschiebe nicht wirklich belasten. Ich trabe, tripple, umkurve und irgendwann beginnt das Feld endlich, sich etwas zu entzerren.

Als die 1-Kilometer Tafel auftaucht, renne ich beinahe hinein, denn ich bin gerade wieder auf einen kompakten Bremsblock aufgelaufen und wollte rechts an dem Wesen aus einer anderen Gewichtsklasse vorbei, wozu ich allerdings über die plötzlich vor mir aufragende Klapptafel springen hätte müssen. Egal. Eine Vollbremsung und einen Elchtesttauglichen Ausweichschwenk später bin ich noch einmal kurz hinter der mobilen Straßensperre, bis ich an einer breiteren Stelle links vorbei komme.

Inzwischen hat sich auch der Untergrund geändert. Während im Startbereich der Asphalt trocken und salzweiß war, laufen wir jetzt auf dem Naturboden des Murradweges im oberen Bereich in Richtung Kalvarienbrücke. Griesiger Schnee wechselt sich mit etwas angeeisten Stellen ab und zwischendurch schaut der Erdboden durch. Jene Läufer, die in weiser Voraussicht die Geländeschuhe angezogen haben, trumpfen jetzt mit ihrem Profil auf. Ich habe die superglatten Straßenlaufschuhe an, weil ich am Vortag im unteren Bereich des Murradweges nur noch trockene, geräumte Straße vorgefunden habe. Irgendwie habe ich wohl verdrängt, dass hier ja noch erdiger Untergrund ist und somit die Schneeräumung nicht so funktionieren kann. Meine bevorzugte Spur ist somit die am stärksten gefrorene, wenn geht jedoch nicht vereiste. Ich tänzle vor mich hin und kann noch immer nicht auf meine Uhr schauen, weil die Gefahr, auf einen anderen Sportler aufzulaufen, zu groß ist.

Eine Lady in weißem Anorak hat beschlossen, die Absperrung des Laufs zu ignorieren und führt ihr Hundchen mitten auf der Strecke spazieren. Sie wird aber keinesfalls dafür beschimpft, denn in meinem Laufumfeld befinden sich scheinbar lauter ZEN Läufer oder Menschen, die einfach nur eine gemütliche Runde ohne Konkurrenz- und Wettkampfdenken drehen wollen. Ich denke, im Spitzenfeld wäre die Fellwurst-auf-der-Laufstrecke-auslüft-Idee nicht so gut angekommen.

Bald geht es über die Kalvarienbrücke und endlich habe ich wieder halbwegs trockenen Asphalt unter den Schuhen. Das Feld hat sich soweit aufgelockert, dass ich das erste Mal auf meine Uhr schauen kann. Ich lese irgend etwas mit 2,35 (??) Kilometer und eine Pace von 4kommairgendwas Minuten pro Kilometer. Okay, denke ich mir. Noch sind wir mit unter 5 Minuten pro Kilometer unterwegs. Aber der Einbruch kommt schon noch, keine Sorge!

Wir queren die breite Straße am Kai und laufen über den schneebedeckten Gleiskörper. Ich überhole ein Mädchen, das mir vorher schon wegen ihrer auffälligen "hurtigflink ltc" dress aufgefallen ist und wundere mich, wie mühelos das geht. Die Stimme in meinem Hinterkopf meldet plangemäß: "Jaja. Überhol sie ruhig. Dann holt Dich der Krampus und sie läuft Dir wieder um die Ohren..." aber über die Sackstraße in die Herrengasse kommt kein Einbruch. Als ich auf dem Rückweg in der Herrengasse sehe, wie weit das Mädchen inzwischen zurück gefallen ist, wundere ich mich. Noch mehr wundere ich mich, dass sie eine rote Startnummer hat. Also eine 5-km Läuferin ist. Aber schon wieder habe ich eine Dame vor mir und kurz vor der Trenntafel der 5- und 10-km Läufer im Zielbereich laufe ich auf ihrer Höhe. Und obwohl sie eine schwarze Startnummer hat, läuft sie auf der 5er Seite ins Ziel ein und bleibt stehen. Aha?

Die zweite Runde beginnt und noch immer fühle ich mich gut. Den Tee an der Labestelle ziehe ich nicht einmal in Erwägung, dafür habe ich auf nur zehn Kilometern Strecke wirklich keine Zeit!

Die 1-Kilometer Tafel, die mir vorige Runde fast zum Verhängnis geworden wäre, taucht schon wieder auf. Die Tafel hat eine Doppelbeschriftung und jetzt schaue ich bewusst auf die Zahl "6". Ja. Zweite Runde. Schon sechs Kilometer und weiter geht der Weg. Der Schneeboden ist noch etwas weicher geworden durch die vielen motivierten Läuferschuhe und wieder bin ich froh, als der Untergrund wieder wechselt und ich auf dem Belag laufe, für den meine Straßenlaufschuhe gedacht sind.

Die sieben-Kilometer-Tafel habe ich völlig übersehen. Das mag daran liegen, dass gerade eine sehr nette Familie am Wegrand stand, die uns Läufer begeistert anfeuerten. Als ich auf meine Uhr schaue, sind nur noch 2,3 Kilometer zu laufen und meine Pace liegt noch immer unter 5 Minuten. Wow. Das wird ja vielleicht wirklich noch was mit einer Zeit unter 50 Minuten!

Durch die Herrengasse laufe ich kurz am Kopfsteinpflaster, aber dann wechsel ich auf die Stainzerplatten, auch wenn ich dabei Acht geben muss, nicht an die Absperrungen zu stoßen. Trotzdem fühlt es sich angenehmer auf dem glatteren Untergrund an. Und wieder um das Gitter herum zurück auf der anderen Seite in Richtung Murgasse. In der Haltestelle lehnt ein älterer Herr, der wohl noch von der Bauernsilvesterfeier übrig ist und starrt uns Läufer mit glasigen Augen hinterher.

Ich will die letzten 200Meter noch beschleunigen, aber irgendwie hält sich der Endspurt in Grenzen. Als ich auf das Ziel zulaufe, befinde ich mich in einer Gruppe mit drei Männern. Der Sprecher kündigt uns als "jetzt kommt wieder eine reine Herrengruppe herein" an. Hallo??!!! Egal. Meine Uhr stoppt bei 48:28 Minuten. Ich bin happy und will mir einen Tee an der Labestelle holen. Die war aber scheinbar nur für die 5-km Läufer gedacht und ist schon abgebaut worden. Also ein wenig auslaufen. Gemeinsam mit einer anderen Dame trabe ich den Kai entlang und drehe dann wieder um, weil sie ihre Sachen bei einem Bekannten im Auto deponiert hat und den jetzt suchen gehen muss.

Im Zielbereich bekomme ich dann doch noch einen Becher Tee und ein Weckerl und begebe mich in die Firma, um in ein trockenes Shirt und meine warmen Überziehsachen zu schlüpfen. Dann geht es wieder in Richtung Mariahilferplatz, weil ich zumindest eine Vorab Ergebnisliste sehen will und meinen Chip wieder retour geben muss.

Laut der Vorab Ergebnisliste lande ich auf Platz fünf. Ist okay, das Ergebnis ist besser als erwartet. Ich begebe mich zur Straßenbahnhaltestelle und erfriere beinahe, weil es dort so extrem zieht und "Wiederaufnahme des Fahrbetriebes um 16:30 Uhr" natürlich nicht bedeutet, dass um 16:30 Uhr die BIM vor mir steht, sondern sie um diese Uhrzeit erst in der Remise weg fährt. Brrr...

 Zuhause genieße ich ein heißes Muskelentspannungsbad und als ich am späteren Abend noch einmal in die Ergebnisliste schaue, bin ich auf Platz vier vorgerückt. Mal wieder jemand aus der W30 gefallen innerhalb der Einspruchsfrist... Wundern erlaubt.

Den Donauwalzer habe ich nur gesehen, weil ich mir den Wecker gestellt habe. Denn trotz der tapferen Versuche meiner Nachbarn, Graz in die Luft zu sprengen (special thanks an die Helden, die im Innenhof ein paar ordentliche Böller gezündet haben - es geht sicher nichts über einen feinen Tinnitus zu Silvester!) bin ich auf der Couch eingeschlafen.

Um punkt 23:45 Uhr wache ich auf, stelle massive Hungergefühle fest und einen Topf Wasser auf den Herd. Dann schaue ich mir den Donauwalzer an, während eine groooooße Portion Spaghetti gerade rechtzeitig fertig wird, um gleich mal den Neujahrsvorsatz von wegen "nicht mehr so spät essen" zu brechen.

 

Prosit Neujahr 2015... :-)

3.1.15 03:00
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung