leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!
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Vienna City (HALB)Marathon 2013

Suboptimale Vorbereitung. Das kennen wir doch woher? Ach ja… katzies Selbstsabotage deluxe. Diesmal zu Ehren der Karriere… war für nix, aber dazu am Schluss noch ein Wort.


Im Herbst 2012 wollte ich mir beim HERVIS im Citypark ein neues Paar Laufschuhe kaufen. Ich hab ja nur ähm… mal überlegen.. gestern waren es gezählte 15 Paar, aber davon sind schon etliche quasi-ausgemusterte Exemplare dabei, die ich mir einfach noch für spezielle Gelegenheiten und Stimmungen aufbewahre. Aber im Herbst waren es nur glaubich 12 Paar.. oder so… wo waren wir stehengeblieben? Ach so ja. Als ich so im Geschäft herumspaziere und mit mir ringe, ob ich mir einen Ausverkaufsschuh oder einen Nächste-Saison-Schuh leisten soll, kommen zwei junge Damen auf mich zu und fragen, ob ich an einem Gewinnspiel teilnehmen will. Man kann unter anderem einen Startplatz beim Vienna City Marathon gewinnen, Laufschuhe… und noch einiges anderes. Ich schaue schnell, wann die Verlosung ist: um 17:00 Uhr. Es ist 16:30 Uhr. Das halte ich aus, so lange trödel ich locker im Sportartikelladen rum. Also fülle ich eine Gewinnkarte aus und schlendere noch gefühlte dreißig Runden durch die Fahrrad- und Outdoor Abteilung, bis endlich die Verlosung über den Lautsprecher angekündigt wird. Als der Hauptpreis gezogen wird, ertönt mein Name. Oha… ich renne zur Kassa, wo der Tombolamann steht und schwenke meinen Gewinnabschnitt. Ich habe soeben einen Startplatz inklusive Hotelunterbringung für zwei Personen beim Vienna City Marathon 2013 gewonnen. Sehr cool!


Mit meinem Gewinn und einem dann doch noch gekauften neuen Paar blaue NIKE Free Laufschuhe verlasse ich den HERVIS und informiere meinen Papa von den Neuigkeiten. Tja, das heißt also trainieren bis 14. April.


Voller Motivation starte ich in einen herrlichen Winter. Viele Laufkilometer, wunderbare Schneelandschaften, was will man mehr. Ach ja, und einen Fahrradunfall kurz vor Silvester mit einem ausgiebigen Krankenhausaufenthalt und inneren Verletzungen. Das wirft mich trainingsmäßig nicht grade nach vorn.
Dann die Entscheidung, eine weiterführende Prüfung ablegen zu wollen. Somit viel lernen. Viele Stunden stures Büffeln zu Hause, daneben weiter brav arbeiten. Das Training kommt zu kurz, dafür lege ich einige ungeplante Kilo zu, weil ich noch immer an die Wunderwirkung des Studentenfutters glaube. Der Halbmarathon in Graz wäre zwar auf meinem Programm gestanden, war dann aber dienstlich leider nicht möglich. Ich habe dafür die Strecke absichern und zusehen dürfen. Auch aufregend. Vor allem, wenn man via Funk hört, wo die Spitzenläufer bereits sind, während die langsamen Starter sich grade an einem vorbei quälen.


Mitte März schreibe ich zaghaft an die Zuständige der Firma HERVIS, ob man denn auch am Halbmarathon teilnehmen könne, irgendwie haperts mit meiner Wettkampfform und die 42,195 Kilometer wären wirklich unnötiges Leiden… Ja, ich kann mich auch für den Halben anmelden. Feine Sache! Dann ein langes Hin und Her… der Marathon findet genau zwei Tage vor der großen Prüfung statt, aber ich habe jetzt wirklich drei Monate gebüffelt, da werden die Stunden in Wien auch nicht mehr viel Unterschied machen, oder? Zur Sicherheit nehme ich den Laptop mit.


Am Samstag, dem 13. April 2013 geht die Reise los. Papa hat vorgeschlagen, dass wir mit seinem Auto fahren. Eine gute  Entscheidung, denn mein Auto hat momentan die Tendenz zu spontaner Arbeitsverweigerung, was beim Weg zu einem Wettkampf doch am Nervenkostüm zehrt.


Um halb zehn kommt Papa zu mir, ich habe die Sachen schon gepackt, aber einen Kaffee bzw. Tee muss ich vorher noch trinken. Ich habe meinen Kaffeekonsum momentan sehr eingeschränkt und bin deshalb auch ein bissl stolz auf mich. Dann die Sachen ins Auto räumen, ich habe nur eine kleine Sporttasche und meinen Rucksack, in dem auch der Laptop seinen Platz gefunden hat und schon geht die Fahrt los. In Wien verfahre ich mich nur ein einziges Mal ein ganz kleines Bisschen (na gut, es waren etwa 20 Kilometer Umweg, aber Wien ist nun mal eine große Stadt) und wir erreichen das Messezentrum, wo die Marathonmesse und die Startnummernausgabe sind. Papa und ich laufen die verschiedenen Stände auf der Messe ab, aber es gibt nicht so viel Interessantes für uns, da wir beide bezüglich der Ausrüstung geradezu überkomplett ausgestattet sind und uns die kommenden Laufveranstaltungen noch nicht so interessieren. Ich habe für die Saison 2013 genau keinen Ahnung, was ich machen werde. Allein der Frauenlauf steht auf meinem Programm, sonst gähnende Leere im Terminplan. Ein verspätetes Mittagessen beim vermutlich einfallslosesten running sushi von ganz Wien und schließlich treffen wir beim Hotel NH Danube City ein. Sehr nobel, sehr nobel! Ich bin ein wenig eingeschüchtert, als wir die riesige Lobby betreten, in der zwei Damen im feinen Zwirn das Einchecken übernehmen. Das Zimmer ist auf meinen Namen reserviert worden, aber ich habe am Vortag noch zur Sicherheit angerufen und mir das bestätigen lassen.
Auf dem Weg durch die Lobby sehen wir, dass  im ersten Stock gerade eine Zusammenkunft der Profiläufer stattfindet, die auch hier im Hotel untergebracht sind. Ich bin sehr beeindruckt und weiß gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Papa und ich blicken uns an und vermutlich denken wir beide, was für eine tolle Sache dieser Gewinn doch ist.


Von dem Hotelzimmer  bin ich als professionelle Kastenwagen-Camperin natürlich völlig überwältigt.  Fernseher, Minibar und das Bad mit Wanne und Haarföhn.. und die Tür funktioniert mit einer Chipkarte. Ich staune nur noch. Während Papa die Fernsehkanäle nach einem passenden Abendprogramm durchsucht, verziehe ich mich mit dem Laptop zum Lernen ins Bad. Aber meine Konzentration ist nicht die beste und schließlich schauen wir gemeinsam „Born to be wild“ mit John Travolta und anschließend führen wir eine heiße Diskussion über die morgige Weckzeit. Wir einigen uns auf 05:30 Uhr, da der Start des Laufs um 09:00 Uhr ist und ich ja noch ordentlich frühstücken soll.
Um Punkt 05:30 Uhr weckt mich mein Handy mit „hero on this way“ und ich klettere aus dem Bett. Das Handy von Papa  weckt heute keinen, denn irgendwas ist beim Programmieren am Vorabend schief gegangen. Wir ziehen uns an und begeben uns in den riesigen Frühstücksraum, wo auch die Profis schon anwesend sind. Papa zeigt immer wieder verstohlen auf einen Tisch und erklärt mir wispernd, welcher Profi das sei. Ziemlich aufregend, so nah an der Elite zu sein! Beim Buffet wundere ich mich über die teilweise recht unkonventionell gefüllten Teller einiger Eliteläufer. Da gibt es Würstchen, Palatschinken mit Marmelade und Ham and Eggs und dazu Orangensaft. Papa und ich kommen zu dem Schluss, dass man vermutlich alles essen kann, wenn man es gewöhnt ist und das ganze chichi das wir Amateurläufer betreiben entbehrlich ist. Man könnte auch sagen: „ein guter Ofen verbrennt ALLES, wenn die Verbrennungstemperatur stimmt“


Ich lege mich nach dem Frühstück noch eine halbe Stunde im Zimmer hin, während Papa unruhig  herumläuft und schließlich den Raum verlässt, um kurz darauf wiederzukommen und zu verkünden, dass vor dem Hotel bereits „der Teufel los“ sei. Ja, wir haben am Vorabend bereits recherchiert, dass der Startblock gelb genau vor dem Hoteleingang ist. Und natürlich war mir klar, dass einiges los sein würde, wenn wir in der Früh dort hinaus gehen. Als wir dann um halb neun tatsächlich aus dem Foyer treten bin ich aber trotzdem ziemlich perplex was das für ein Menschengewurle ist.


Papa und ich queren den gelben Startblock und ich betrete gegen dreiviertel neun über den offiziellen Eingang den blauen Startblock, der noch relativ leer ist für die doch schon recht knappe Zeit bis zum Start. Ich laufe im Startblock ein wenig auf und ab, überprüfe noch einmal den Sitz des Transponderchips und der MP3 Playerstöpsel und plötzlich quellen Unmengen von hektischen Läufern über und unter die Absperrungen in den blauen Startblock. Ein Blick auf die Startnummern ergibt, dass ich zur absoluten Minderheit derer gehöre, die in dem für sie bestimmten Startblock stehen. Rund um mich herum tragen die Startnummern grüne, schwarze und gelbe Punkte. Immer wieder dasselbe. Der Veranstalter versucht aufgrund der bereits gelaufenen Bestzeiten die Läufer ihrem Leistungspotential nach in die Startblöcke aufzuteilen und immer wieder werden sich langsame Läufer in die vorderen Startblöcke quetschen. Auch wenn aufgrund der ausgelegten Transpondermatten an Start und Ziel für jeden eine Nettozeit errechnet werden kann. Es gibt Dinge, die ändern sich nie.


Nach gefühlten zwanzig Fotos, die Papa von mir macht und dem Ertönen des Startschusses für die Elite verabschiede ich mich von Papa für die nächsten zwei Stunden. Ein „alles Gute Bussi“ und ich stehe ratlos herum. Dann fällt mir noch irgendetwas ein, das ich Papa mitteilen muss. Noch ein Bussi. Dann fällt Papa noch etwas ein. Ich bin momentan sehr anlehnungsbedürftig und schmusig gestimmt, denn als ich schon wieder meine „Bussi-Schnute“ mache, zieht Papa etwas irritiert die Augenbraue hoch. Aber er versteht wohl meine plötzliche Unsicherheit. Ich war bis zu dem Startschuss praktisch nicht nervös, aber als sich unser Startblock nicht und nicht in Bewegung setzt, wird mir doch etwas komisch.


Endlich kommt auch in den blauen Startblock etwas Bewegung und wir kriechen in absolut unwürdigem Tempo in Richtung Startbogen. Ich versuche, über die Köpfe zu sehen, denn normalerweise kann man die Startlinie daran erkennen, dass aus dem Schlurfen plötzlich ein Hoppeln wird und sich das Feld schlagartig in eine hüpfende Masse verwandelt. Aber hier nicht. Die Startlinie wird ebenfalls im Schlurfschritt überwandert und erst mitten auf der Brücke sind die ersten flotteren Schritte möglich. Am MP3 Player läuft „Papillon“ von Editors aber anders als der Läufer in dem Video joggen wir im „Sonntagsnachmittag nach einem fetten Schweinsbraten mit Kraut“-Tempo dahin. Das Feld ist so eng gedrängt, dass ich bei jedem Schritt aufpassen muss, dass ich nicht über die Fersen eines anderen Läufers stolpere. Auf der Reichsbrücke das übliche spontane Stehenbleiben und an den Rand der Strecke hasten für ein Erinnerungsfoto einiger Mitläufer, aber das kenne ich ja schon von 2008 und ich schaffe es, auf keinen dieser Knipshelden aufzulaufen.


Ich jogge. Es ist angenehm warm, aber nicht heiß und ich trage ein rotes Laufshirt unseres Vereins und den silbergrauen Laufrock von raidlight, der so schön um die Oberschenkel flattert. Die CEP-Kompressionsstutzen habe ich nur angezogen, weil sie zum Rock nett aussehen. Für die Umgebung bleibt aufgrund des massiven Gedränges keine Zeit und obwohl ich die gesamte Breite der Lassallestraße nutze, um einen freien Bereich zum Laufen zu finden, existiert der Begriff „freies Laufen“ schlichtweg nicht. Ja, im Bereich „zwischen 01:45 und 02:00 Stunden kommen“ spielt sich vermutlich im Halbmarathon am meisten ab. Und ich laufe heuer in diesem Bereich. Ich überhole einige Läufer, deren Rückenaufschrift verkündet, dass sie entweder mit Jesus laufen oder laufen und predigen und bin irritiert über diese Verknüpfung von Sport und Religion. Die Überlegungen, warum jemand das Gefühl hat, darauf hinweisen zu müssen, dass er gläubig ist, lenken mich eine kurze Weile ab. Dann wende ich meine Aufmerksamkeit wieder der Suche nach einem Stück freier Strecke vor meinen Füßen und dem Genuss der Playlist auf meinem MP3 Player zu. Einige Tage zuvor habe ich eine CD im Handel gesehen, die damit warb, speziell fürs Laufen geeignete Musik zu enthalten. Ein Blick über die Songs auf dieser CD hat mich überrascht. Da muss jemand meinen MP3 Player ausgelesen und auf CD gepresst haben! Bis auf einen Song befinden sich alle in meiner „was ich hören will, wenn ich laufe“ Liste. Aber ich habe nicht nur „Gonna Fly now“ aus dem Rocky Film, sondern auch etliche getragenere Musikstücke unter meinen Songs. Und natürlich den „Wörthersee Trail Song“ von Markus Wutte „Hero on this way“ und einiges von ERA. Am Praterstern entzerrt sich das Läuferfeld kurz, aber bei der Einmündung in die Hauptallee ist wieder Drängen und Schieben wie bei der Essensausgabe in der Mensa angesagt.


Zwischen Kilometer vier und fünf sehe ich plötzlich das Shirt der „Streakrunner“ vor mir und die Rückenaufschrift verkündet mir, dass es sich bei der Läuferin vor mir um „Crystal“ handelt. Ich freue mich und als ich an ihr vorbeilaufe, begrüße ich sie und stelle mich kurz als „katzie“ vor. Sie ist wie ich schon lange im streakrunner.de Forum und ihr Name war mir sofort wieder erinnerlich. Ihre Startnummer weist sie als Marathonläuferin aus, weil die Zahl nicht wie bei meiner Startnummer durch einen quer darüber verlaufenden Strich davon kündet, dass ihr Träger „ein halber“ ist. Ich denke, nachdem ich sie quasi „von hinten“ überrumpelt habe, hat es bei Crystal ein paar hundert Meter gedauert, bis sie die Begegnung verdaut hatte. Und da war ich dann schon wieder im Getümmel untergetaucht. Für mich hat die Begegnung einen neuen Gedankenstrang angestartet, nämlich die Erinnerungen an meine Zeit als „Täglich-Läufer“. Auch die Erinnerungen an meine vielen einsamen Läufe im Grünen Prater, entlang des Donau Ausgleichsgerinnes und an so vielen anderen Orten Österreichs und auch Italiens. Meine Serie endete damals nach 1275 Tagen. Ich wusste nicht, ob ich traurig sein sollte oder eher erleichtert.


Die Halbmarathonis biegen dann nach rechts ab, während die Strecke für die Marathonläufer bei der nächsten Runde noch bis zum Lusthaus weitergeht.  Aber das Feld entzerrt sich dadurch keineswegs.


Die erste Labestelle taucht dann  relativ überrraschend auf, denn ich habe vor lauter Gedankenspielerei noch gar nicht auf die Uhr geschaut. Ich nehme mir einen Becher Wasser und ärgere mich über die Strategie, an den Labestellen zuletzt das klebrige Isozeug auszuteilen. Auf diese Weise landen die halbvollen Becher von dem Zuckerwasser als letztes am Boden und wenn man weiterläuft, werden davon die Sohlen der Laufschuhe ganz klebrig  und machen etliche hundert Meter später am Asphalt noch immer das Geräusch, als ob man einen Klettverschluss aufreißt. Ich philosophiere eine Weile über dem Gedanken, ob dieser Zustand vermeidbar wäre, wenn sich die Wasserstation als letztes befände und somit jeder Läufer zuletzt durch eine Wasserpfütze läuft statt durch eine Isodrink Lache und schon bin ich auf der Schüttelstraße.


Auch heuer sorgen die Staffelläufer, die mitten auf der Strecke ihre Zusammenkünfte feiern und Fotos von der Gruppe machen für mäßige Begeisterung bei den Sportlern, die sich durch diese Ansammlungen kämpfen müssen. Es gibt Dinge, die ändern sich nie.


An der nächsten Labestelle fällt mir der Gedanke von 2008 wieder ein „Der Geruch tausender totgetrampelter Bananen liegt in der Luft“. Auch hier gibt es Bananen. Auch hier finden sich reichlich Schalen auf der Straße und auch hier sorgen sie für den bekannten rutschigen Bodenbelag. Aber vom Geruch nehme ich nichts wahr. Kunststück. Mein Heuschnupfen hat sich heuer mit verve gemeldet und ich niese vor mich hin, die Nase ist fast ständig zu. Nicht immer ein Nachteil, zum Beispiel wenn ich im Training am Sturzplatz mit seinen Kompostbergen oder an frisch gedüngten Feldern vorbeilaufe.


Nach wie vor ist das Feld dicht gedrängt und ich laufe kreuz und quer auf der Suche nach einem freien Stück Straße vor meinen Füßen, wo ich keine fremden Fersen verletze. Umsonst. Das Stolpern geht weiter. Inzwischen habe ich die laufende Sebamed Flasche und die Erdinger Dose überholt. Beide haben Marathonstartnummern getragen und ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt von der Härte, einen ganzen Marathon in einem Ganzkörperkostüm zurückzulegen. Noch dazu, wo ich nicht annehme, dass man bei diesem Kostüm gute Sicht nach vorne hat und es genug Möglichkeiten gibt, über die Füße anderer Läufer zu stolpern.


Meine Songliste passt zu meinem Lauftempo und ich freue mich, dass mein Magen heuer keinerlei Sperenzchen macht. An der letzten Labestelle vor dem Ziel möchte ich mir ein Isogetränk nehmen, aber ich sehe erst viel zu spät, wo die Iso Ausgabe ist und so nehme ich auch hier nur einen Becher mit Wasser und gehe damit ein paar Schritte. Das Laufen an den Labestellen habe ich aufgegeben, es ist einfach nicht möglich, ohne mit blind kreuzenden Mitstreitern zu kollidieren.


Eine Läuferin mit lila Frauenlaufshirt ist mir unterwegs schon ein paarmal aufgefallen. Unser Tempo ähnelt sich, an den Labestellen überholt sie mich, auf der Strecke hole ich sie wieder ein. Das Spiel halten wir bis zu Ziel durch und irgendwie sucht mein Blick unterwegs schon jedes Mal das lila shirt.


Schließlich kommt nach etwas über einer Stunde und 50 Minuten das Burgtor in Sicht. Ich höre plötzlich ein Motorrad rechts hinter mir und biege zeitgleich mit dem Spitzenläufer des Marathon, Henry SUGUT in die letzte Gerade zum Heldenplatz ein. Leider staut sichs hinter einer kleinen Gruppe im Burgtor, sodass ich erst wesentlich später aus dem Schatten des Burgtors auf den Heldenplatz hinauskomme. So laufe ich genau zwischen SUGUT und Solomon KIPTOO im Ziel ein. Nur sind die beiden auf der „Marathon-Spur“ rechts und ich auf dem linken gelben Teppich der Halbmarathon Strecke unterwegs. Trotzdem. Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn genau beim Zieleinlauf das „also sprach Zarathustra“ ertönt. Gänsehautfeeling.


Meine Endzeit: 01:55,14 Stunden. Nicht schlecht für einen reinen Spaßlauf. Wenn ich wie eine Wilde trainiert hätte, dann würde mich das Ergebnis wohl ärgern. Denn viel schneller hätte ich es aufgrund des Gedränges auf der Strecke vermutlich trotzdem nicht geschafft.


Nach dem Überreichen der Finishermedaille treffe ich das lila Frauenlaufshirt wieder. Ich freue mich und wir plaudern ein wenig, während wir uns die obligatorischen Finisher Sackerl und eine Flasche Mineralwasser holen. Die Medaille ist übrigens optisch sehr ansprechend, zu Ehren der 30sten Durchführung hat die Medaille eine Sternform, was ich witzig finde.


Aus der Läuferzone heraus überlege ich, wie ich meinen Papa jetzt wohl finden werde und greife nach meinem Handy, das sich in der Oberarmtasche befindet. Aber noch während ich die Tastensperre deaktiviere, sehe ich ihn. Er gratuliert mir zum Finish der so angenehm verlaufenen Veranstaltung und mit der U-Bahn fahren wir zurück zum Hotel, wo ich mich schon sehr auf die Dusche freue.


Die Prüfung am Dienstag lief dann nicht so erfreulich ab…

Fazit: je weniger Erwartungsdruck man in einen Wettkampf setzt, desto weniger regen einen Dinge auf, die schief gehen.


DANKE an die Firma HERVIS für die tolle Organisation von Hotel und Startplatz aufgrund meines Gewinnes beim Preisausschreiben.


DANKE Papa fürs Mitfahren, fotografieren, gut zureden und Aufmuntern.


Danke fürs bis-zum-Ende-Lesen J

5.5.13 00:39
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mam (6.5.13 09:30)
Hi,
Es gab schon lang nichts mehr zu lesen darum danke für den spanndenden Bericht
Liebe Grüße


kanko (7.5.13 10:57)
Danke für den schönen Bericht! Fast kann man sagen, dass sich das lange Warten dafür gelohnt hat, aber ich könnte sowas auch - sagen wir mal - einmal im Monat gut lesen
LG
Esther


Petra / Website (11.5.13 22:17)
Dankeschön für den tollen Bericht! Ja, es ist schön, wieder mal was von dir zu lesen.
Deine Entscheidung, auf den HM umzumelden, war bestimmt richtig - so hattest du Spaß, ohne dich quälen zu müssen.
Und noch dazu, wenn man so ein "Event" gewinnt und dann noch in einem schönen Hotel wohnen kann...
Viele liebe Grüße
Petra

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