leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!
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6 Stunden für ein Kinderlachen - Salzburg 2012

Der Plan war gut: ich würde meinem Papa zu Weihnachten einen Startplatz für den 6-Stunden Lauf in Salzburg in der Klasse „Nordic walker“ schenken. Wir könnten gemeinsam nach Salzburg fahren, wo ich den Bewerb als Einzelstarter laufend und er walkend bewältigen würde. Jeder hätte seinen Spaß und wir könnten danach gemeinsam nach Hause fahren.

Die Fehler traten dann jedoch in der Ausführung des Planes auf: Das Anmelden klappte noch prima, die Überraschung kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Mein Papa glaubte mir erst, als er seinen Namen in der Starterliste stehen sah, dass ich ihn wirklich ohne sein Wissen angemeldet hatte und fügte sich in sein Schicksal. Aber dann: eineinhalb Wochen vor dem Termin hatte ich mir endlich einen saftigen grippalen Infekt eingefangen, weshalb ich mehrmals das Training entweder ausfallen lassen musste oder den sterbenden Schwan dabei gespielt habe. Am Donnerstag noch Fieber, am Freitag dann die Diskussion über die Sinnhaftigkeit eines Starts in diesem Zustand und die inoffizielle Aussprache eines Laufverbotes durch meinen besorgten Coach. Dann aber: ein Schlupfloch! Ich würde mit Papa gemeinsam als Nordic walker starten, so eine Belastung kann es für den Kreislauf ja wohl nicht sein, sechs Stunden mit Stöcken bewaffnet im Kreis zu spazieren. Dachte ich. In völliger Unkenntnis der Nordic walking Materie. Also Start frei für Plan zwei!

Nordic walken ist mir theoretisch bekannt. Ich war im Sommer 2011 mit einer Arbeitskollegin ein paarmal mit Aluprügeln bewaffnet spazieren, aber obwohl wir ein flottes Tempo hatten, Stil hatte das sicher keinen... die Stöcke waren halt dabei, mehr Hindernis als Sportgerät. Aber wie nicht anders üblich gilt wieder einmal: das probier ich einfach!

Papa und ich wollten ursprünglich am Samstag im Morgengrauen nach Salzburg fahren, unsere Startnummern abholen und zum jeweiligen Bewerb antreten. So war der erste Plan. Siehe oben: Plan eins funktioniert bei uns nie. Also Plan zwei: wir fahren schon am Freitag. Leider wirft das meine komplette Zeiteinteilung über den Haufen und so kommen wir nach einer kleinen Orientierungsschwäche meinerseits erst bei Einbruch der Finsternis am üblichen Campingplatz in Salzburg an. Der Platzinhaber erkennt mich wieder, ich bezahle wie auch die Jahre davor gleich bei der Anmeldung, um am Morgen direkt zum Start des 6-Stunden Laufes fahren zu können.

Bis jetzt war noch alles einigermaßen im normalen Pulsbereich. Papa und ich bauen den Bus für die Nacht um, ich stecke die Heizung an, es beginnt nach Staub und Kunststoff zu stinken. Nach wenigen Minuten fällt die Heizung im Bus aus. Es hat 2 Grad Plus im Freien, also wenig sommerliche Temperaturen. Heizung muss sein! Papa und ich fummeln abwechselnd an dem Heizungsgerät herum und riskieren beide einen Stromschlag. Aber das Gerät ist tot. Dann plötzlich erhitzt sich das Gehäuse. Die Heizspirale bleibt lauwarm, aber das restliche Gerät glüht beinahe. Panisches Stromabschalten ist die Folge und die Erkenntnis: wir werden diese Nacht ohne Heizung überstehen müssen! Ich krame zwei Transportdecken aus dem untersten Bereich des Fahrzeuges heraus, in die wir uns zusätzlich zu unserem Campingbettzeug einwickeln. "Gute Nacht, Jim Bob"... nun können wir zeigen, ob wir abgehärtet sind. Im Basislager am Everest ist es sicher auch nicht kälter...

Wider Erwarten erwachen wir am nächsten Morgen ohne schwarz abgefrorene Finger, Zehen oder Nasenspitzen. Und wir sind nicht einmal todsterbenskrank verkühlt. Ein wenig rauh ist die Stimme noch, aber das ist morgens normal. Ich stelle Kaffe auf, schalte das Gerät ein. Die Kontroll-leuchte bleibt dunkel. Ich schüttle das Gerät (wer hat eigentlich beschlossen, dass man elektrische Geräte mittels Schütteln oder "drauf-klopfen" reparieren kann?) Der Wasserkocher bleibt kalt. Ich flüchte mit dem verdammten Ding in den Küchenbereich des Campingplatzes. Leider ist außer uns beiden noch kein Mensch munter (es ist gerade erst sechs Uhr, was habe ich gedacht?) und ich suche eine Möglichkeit, heißes Wasser für das Frühstück aufzutreiben. Endlich finde ich ein Waschbecken mit Duchlauferhitzer. Das Kaffeepulver bildet mit dem vielleicht 45 Grad heißen Wasser fiese Klumpen und ich kann es Papa nicht verübeln, dass er bei dem Anblick nicht gerade in Barrista-Phantasien ausbricht. Aber Zähne zusammenbeißen, den Kaffee im Notfall ein wenig kauen, ein Marmeladebrot dazu und um kurz nach halb sieben wollen wir den Campingplatz verlassen.

Genau. Wollen. Denn der Schranken ist zu. Obwohl gestern vereinbart, dass wir ab sechs hier raus können, sind wir eingesperrt. Ich gehe auf die Suche nach dem Platzwart. Klingele irgend ein Familienmitglied aus dem Bett und bitte ihn, uns aus dem Platz raus zu lassen. Ein Herr in Feinripp und Jogginghose öffnet schnell den Ausfahrtsschranken. Endlich können wir uns zur Startnummernabholung begeben.

Wir finden - fast - ohne Hilfe den Veranstaltungsort und einen wunderbaren Parkplatz ganz in der Nähe des Start-Ziel Bereiches. Nach der Abholung unserer Startnummern bauen wir unseren Versorgungsstand auf und beginnen die übliche Diskussion über die Getränke-, Essens- und Kleidungswahl. Bis es Zeit für den Start ist, haben wir uns zum Glück entschieden, einen guten Platz für unseren Klapptisch und den Klappsessel sowie unser Novum: eine Klappbox mit wasserfestem Deckel gefunden, etliche Bekannte aus der Ultra Lauf Szene getroffen und die üblichen Handgriffe getätigt. Ich vermisse das Bauchkribbeln, die Nervosität, die Angst vor dem Schmerz. Ich weiß, dass ich diesmal nicht laufen werde. Und mangels Erfahrung im Nordic Walken weiß ich nicht, was diesbezüglich auf mich zukommen wird.

Im Startbereich sehe ich noch eine ganze Reihe anderer Nordic Walker. Aber irgendwie sehen die fast alle sehr professionell aus. Michael EPP ist hier, Nordic-walking Profi und will soweit ich mitbekommen habe, einen neuen Rekord in Angriff nehmen. Die Bleiburger Walker scheinen auch eine Klasse für sich zu sein und ich schiele etwas nervös auf meine Hofer-Alu-Prügel, die zwischen all den LEKI Stöcken etwas armselig wirken. Egal. Auch mein Tchibo-Komplett-Outfit ist wohl der Ernsthaftigkeit des Anlasses nicht ganz angepasst. Aber eigentlich wollten wir ja nur zum Guten Zweck ein wenig walken?? Ich habe irgendwie verdrängt, dass "nur ein wenig" im Vokabular von Sportlern nichts verloren hat. "Entweder - oder " heißt die Devise und so geht es nach dem Startschuss gleich zackig los.

Die nordic walkenden Profis erkennt man daran, dass sie ihre Stöcke von den Gummipuffern befreit haben und mit lautem "klack-klack" früh genug zu hören sind, damit wir rechtzeitig ausweichen können. Papa und ich versuchen, jedes Mal wenn wir von einem wesentlich schnelleren Nordic Walker überholt werden, dessen Stil zu kopieren. „WAS MACHEN DIE ANDERS, um so schnell zu sein???“ fragen wir uns. Das Fazit nach etwa vier Stunden für mich persönlich nach Vergleich all der vielen verschienen Stile ist: Die machen nix anders, aber irgendwie machen sie das viel, viel schneller als wir...

Bei der vorgeschriebenen Besprechung vor dem Start wurden die "gemütlicheren" (und zu denen zähle ich uns heute) bzw "langsameren" Athleten vom Veranstalter gebeten, uns rechts auf der Strecke zu halten, was bei einem linksgeführten Rundkurs sozusagen die Außenbahn ist. Dies deshalb, weil es auch heuer wieder etliche Rekordversuche von Läufern bzw. von eben dem erwähnten Herrn EPP geben wird. Es ist aufregend, live mit zu erleben, wie diese Starter an uns vorbeifegen, scheinbar ohne müde zu werden, Runde um Runde abspulen. Da mein Papa und ich die Strecke gemeinsam bewältigen wollen, gehen wir eng nebeneinander ganz am rechten Rand, um niemanden zu behindern. Das hat den Effekt, dass ich aufgrund meiner mangelhaften Nordic Walking Erfahrungen regelmäßig über meine Stöcke stolpere. Aber ich nütze auch gelegentlich die Stöcke vom Papa oder einem anderen gemütlichen Nordic Walker, um drüberzufallen. Am Ende des Tages werden meine Schienbeine blitzblau geschlagen sein. Am Abend zähle ich 18 (!!!) Schlagmale zusammen. Aber das weiß ich jetzt noch nicht.

Was ich jetzt schon lerne, ist die Tatsache, dass man als Läufer beide Hände frei hat, um sich ein Getränk zu nehmen, eine Banane zu schälen oder den Schweiß abzuwischen. Als Nordic Walker kann man entweder auf diesen Luxus verzichten, eine kleine Pause einlegen oder einen Stock locker vom Handgelenk schlenkern lassen, während man den Becher Wasser zum Mund führt. Dies hat dann - zumindest in meinem Fall - das Ergebnis, dass man diesen schlenkernden Stock zwischen die Knie bekommt und - erraten - sich fast auf die Nase legt. Aber das Leben ist ein Lernprozess und bald habe ich den Dreh einigermaßen heraußen.

Da ich ziemlich von dem ungewohnten Sportgerät in Anspruch genommen bin, habe ich diesmal nicht so viel Zeit, die Umgebung und die anderen Starter zu beobachten. Aber natürlich ergibt sich wieder ein kurzer Tratsch mit Dietmar "Pumuckl" Mücke und ich kann auch einige bekannte Läufer ab und zu anfeuern. Nachdem ich mich dauernd nach hinten umsehe, um rechtzeitig auszuweichen wenn ein größerer Pulk Läufer kommt, habe ich auch meine "Favoriten" immer früh genug gesehen. Aber irgendwie weiß ich oft nicht, was ich ihnen zurufen soll. Es ist so ungewohnt. Nicht am Streckenrand zu stehen, aber auch nicht mit zu laufen. Didi MACHER ist wieder da und oft ruft er uns etwas zu, wenn er uns überrundet. Es ist gut drauf und läuft fast 73 Kilometer in den sechs Stunden.

Obwohl viele der „üblichen Verdächtigen“ heute fehlen (der Eigner-Express hat keinen einzigen Starter hier und auch vom ASKÖ Laufwunder ist nur ein einziger Starter gekommen) sind etliche Bekannte unterwegs und da ich heute sehr oft von ihnen überrundet werde, ergibt sich manches kurze und kurzweilige Geplänkel („Hey Birgit, was MACHST Du da???“ „Ich walke“… „DU als Läuferin GEHST???“ „Siehst Du ja. Und wie läufts bei Dir?“ „Danke, es geht…". Und ich komme sogar ins Schwitzen. Nach einigen Runden muss ich mein langärmeliges Shirt bereits ausziehen und gehe in meinem weißen Untershirt weiter. Das war zwar so nicht geplant, aber wer konnte denn auch ahnen, dass „bewaffnetes spazieren gehen“ so anstrengend ist? Ich bin wirklich ein Unwissender auf dem Gebiet des Nordic walking.

Das Wetter ist von Anfang an trüb und zwischendurch ziehen bedrohliche Wolken am Himmel auf. Aber bis zum Schluss bleibt es trocken.

Nicht so trüb ist das Outfit mancher Läufer. Besonders ins Auge springt mir der „rosarote Panther“, der mit pinkfarbenem Kopftuch, Shirt und sogar Laufhose Mut zur Farbe zeigt.

Auffallend auch eine Dame, die als Einzelstarterin unterwegs ist. In sehr frühlingshaften Leuchtfarben lässt sie sich absolut nicht übersehen. Von Haus aus für eine Frau groß gewachsen und von kräftiger Statur zeigt sie nicht nur mit einer Sonnenblume am Kopftuch sondern auch einem strahlenden Lächeln, dass sie Freude an der Bewegung hat. Tapfer dreht sie Runde um Runde, anfangs läuft sie, später sehe ich sie mal gehen, mal laufen. Über 39 Kilometer legt sie zurück.

Es gibt heuer auch eine größere Anzahl von Laufröcken, manche mit kurzer und andere mit knielanger Hose darunter. Sogar ein schwarzes Laufkleid (das aber vermutlich als Tenniskleid geboren wurde) sehe ich und bei den Kurzentschlossenen, die ein paar Runden „für den guten Zweck“ drehen, gibt es hin und wieder auch Jeans und Straßenschuhe zu bewundern.

Ein wahrer Augenschmaus sind wie immer die schnellen Einzelstarter. Dominik Pacher, schlank und rank federt er an uns vorbei. Sein Tempo ist fast schon unheimlich, genauso wie das von Andreas Pfandlbauer. Bei beiden denkt man erst, sie wären Staffelläufer, so schnell und kräftezehrend scheint ihr Tempo zu sein. Dominik schafft 82,443 Kilometer, Andreas legt mit 76,171 Kilometern eine für mich genauso unvorstellbare Strecke zurück.

Für Papa gestaltet sich der Walk anfangs recht schmerzhaft, weil seine Beinhaut erst einmal "warm werden" muss. Zwischendurch kann er schmerzfrei seine Runden drehen, aber zum Ende hin quietschen bei uns beiden die Gelenke. Ich muss feststellen, dass ausgemusterte Laufschuhe nicht als Walkingschuhe taugen. Und für Laufsocken gilt dasselbe. Auch die Haltung der Stöcke korrigiere ich in diesen sechs Stunden mehrmals. Nachdem die ersten Blasen an den Handinnenseiten aufgeplatzt sind und die Feuchtigkeit sich mit der Farbe der Kunststoffteile am Griff vermischt hat, wird mir klar, dass ich irgend etwas falsch mache. Ich versuche, die Stöcke mehr loszulassen, bekomme sie dann aber nicht mehr schnell genug unter Kontrolle, um den nächsten Schritt mit dem richtigen Arm zu begleiten. Zwischendurch halte ich die Stöcke wie Essstäbchen, dann wieder teste ich eine gezierte Haltung, die sich genauso wenig bewährt. Ich resigniere. Es gibt keine schmerzlose Art, sechs Stunden lang Stöcke mit sich herum zu tragen, wenn man sich über den Stil noch nie zuvor Gedanken gemacht hat. Von Zeit zu Zeit spüre ich ein leichtes "Plopp", danach rinnt wieder etwas Flüssigkeit an der Innenseite meiner Handflächen entlang und ich weiß, dass wieder eine Blase aufgeplatzt ist.

Zwischendurch eile ich ein Stück voraus, decke mich mit Bananen und Wasser ein und schließe wieder auf Papa auf. Er hat vor dem Start zwei kleine Kunststoffflascherl mit Red Bull befüllt und weil ich keinen anderen Platz dafür finde, um die Hände frei zu bekommen, stecke ich das Ding unterwegs in den Sport-BH. Von Vorne ist kaum etwas zu erkennen. Wer meine mächtige Oberweite kennt, kann sich jetzt vorstellen, dass es sich um ein wirklich sehr kleines Flascherl handelt. Eine kleine Sockenpause müssen wir auch einlegen, denn mein Papa spürt eine deutliche Blasenbildung. Aber es hilft nichts. Wir müssen weiter, aufgeben stand nie zur Debatte.

Einmal reichen ein paar Begleiter eines anderen Teams plötzlich Bananen zu uns herüber. Einfach so. Papa nimmt eine Banane entgegen und wir bemerken, dass diese komplett zerdrückt und weich ist, die Schale ist aber noch makellos. Der „Unfall“ der Banane muss also gerade eben passiert sein. Papa beißt ein kleines Stück ab und reicht die Frucht dann an mich weiter. Ihm taugt das nicht so sehr, aber mir schmeckt die Banane in ihrem „zergatschten“ Zustand sehr gut. Sie erinnert mich an selbst gemachtes Fruchtmus aus meiner Kindheit. Ich esse sie fast ganz alleine auf.

Mehrmals überrunden wir eine Dame mit einer Unterschenkelprothese. Sie walkt tapfer Runde um Runde, mich erfüllt jedes Mal tiefer Respekt für ihren Willen, solch einen Bewerb mit ihrem Handicap zu absolvieren. Über 23 Kilometer hat sie am Ende geschafft und bei der Siegerehrung werden wir uns alle aus Anerkennung für ihre Leistung von unseren Sitzplätzen erheben, was sie zu Tränen rührt.

Mein linkes Schienbein schmerzt und es wird immer schlimmer. Ich weiß nicht, ob das nun bedenklich ist oder etwas, das mich nur vorübergehend beeinträchtigt. In der vorletzten Runde schaffe ich, was ich bisher immer verhindern konnte: ich fädele mit dem rechten Stock in einem Kanalgitter ein und es schleudert mich richtiggehend zurück. Aber zum Glück habe ich den Stock weder verbogen noch das Flüsterstöpserl abgerissen. Papa schimpft ein bisschen, weil ich so unvorsichtig war.

Die letzte Runde bricht an. Als die Schluss-Sirene ertönt, übergebe ich meine Startnummer an Papa und laufe los in Richtung Labestelle. Es ist ein befreiendes Gefühl, endlich traben zu können. Der Versuch, so schnell wie möglich zu walken, dabei aber trotzdem nicht in einen Laufschritt zu verfallen, hat mich teilweise enorm angestrengt. An der Labestelle decke ich mich mit einigen Getränken ein, unterwegs habe ich noch ein paar Bestellungen aufgenommen, die ich nun gewissenhaft abarbeite. Leider gibt es kein Cola mehr und so kehre ich mit Eistee und Schartner Limo zurück. Bis ich bei Papa angekommen bin, habe ich nur noch unsere Getränke bei mir, unterwegs war ich aber ziemlich bepackt :-)

Die Restmetervermessung ist schon an Papa vorüber, der gemeinsam mit Christine Konrad in meine Richtung unterwegs ist. Wir spazieren gemütlich zurück, plötzlich kommen die Schmerzen mächtig in meinen Körper. Als mir ein Profiwalker seinen Stil erklärt, schaffe ich es nicht, ihn nachzuahmen. Zu sehr tut es weh. Wir bauen unsere Labestelle ab und räumen die Sachen ins Auto. Das übliche "nie wieder" Geschwöre, das jedem halbwegs anspruchsvollen Wettkampf unweigerlich folgt, lassen wir natürlich auch diesmal nicht aus und wissen beide, dass wir spätestens, wenn der ärgste Muskelkater weg und alle unnötigen Zehennägel abgegangen sind, wieder Pläne für den nächsten Start wälzen... :-)

Meine Füße schauen diesmal fürchterlich aus, mehrere Blutblasen steche ich gleich vor Ort auf und ein Zehennagel kündigte mir auch deutlich die Zusammenarbeit auf. Wie gesagt: Ausgemusterte Laufschuhe sind KEINE Nordic Walking Schuhe. Die Socken werfe ich eine Woche später weg, weil die Blutflecken auch nach dreimal Waschen nicht mehr heraus gehen. Tja, es waren ohnehin no-name Sportsocken...

Ach ja. Mit unseren 43,075 Metern reicht es bei mir immerhin für einen zweiten Platz bei den Damen und Papa erringt die ehrenhafte "Holzmedaille" (vierter Platz) bei den Herren +50 in der Nordic Walking Klasse.

22.4.12 22:47
 


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