leben, laufen, und NEIN, ich kenne den Herrn Lugner nicht persönlich!!!
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Katzastrophentag

Beim Aufstehen heute Morgen um 05:30 Uhr keine Diesel da. Ich suche die ganze Wohnung ab, ihre Lieblingsverstecke, nichts. Zuerst denke ich: naja, sie versteckt sich heute zum ersten Mal, hat wohl schön langsam keine Lust mehr auf
die allmorgendliche Tablettengabe. Suche weiter. Schließlich der furchtbare Gedanke: sie könnte sich in ihr Katzenkistchen verkrochen haben.

Dort finde ich sie. Sie ist über Nacht erblindet, hockt am Katzenklo und rührt sich nicht. Ihr Augen sind vom Blut schwarz. Bisher hatte sie nie Bluthochdruck, das zu überbrüfen habe ich den Tierarzt vor vier Tagen noch extra gebeten. Und jetzt das.

Panisch rufe ich um 05:45 Uhr eine Arbeitskollegin an, die eine Seniorkatze (fast 20 Jahre alt) hat und daher sicher Rat weiß. Die gibt mir die Nummer des Tiernotdienstes. Zehn Minuten später packe ich Diesel in ihre Tasche und fahre mit erzwungener Ruhe mit dem Auto zur Diensthabenden Tierärztin nach Gösting. Die Tierärztin ist total lieb, gibt Diesel eine Antibiotikaspritze, etwas gegen die Schmerzen und  Magenschutz. Diesel hält die ganze Zeit still, schnurrt verängstigt, weil sie ja nicht weiß, wo sie ist, drängt sich an mich.
Wir sollen morgen um 10:00 Uhr wiederkommen, dann sieht man weiter.

Nach der Behandlung fahre ich mit Diesel Heim, das Auto springt erst ewig lange nicht an und erst als ich den Abschleppdienst gerufen habe und dieser nach über einer halben Stunde noch immer nicht da ist, springt das Auto doch noch an. Es
ist sicher wieder der Transponder vom Schlüssel, den ich erst vor einem Monat um teures Geld reparieren habe lassen. Das ist mir aber so egal, es ist nur ein Auto! Dem Abschleppdienst noch abgesagt, der noch immer nicht da war.

Die Kollegen in der Arbeit sind ganz große Klasse, die Kollegin sowieso, die genau weiß wie es mir geht, weil ihr Kater vor nicht einmal zwei Wochen einen Schlaganfall hatte. Mein Chef gibt mir die Möglichkeit, am späten Vormittag zu Hause vorbei zu schauen und das tue ich gegen 11:00 Uhr auch. Diesel liegt
wieder dort, wo ich sie nach dem Arztbesuch hingebettet habe, aber sie war inzwischen am Klo, pieseln. Ein gutes Zeichen. Sie liegt da und schaut mich mit ihren blinden, vom Blut schwarzen Augen an. Ich streichle ihr Köpfchen, fühle den inzwischen ruhigeren Schlag ihres Herzchens am Bauch, weil es dort am
einfachsten zu tasten ist. Dann muß ich wieder zurück in die Arbeit. Mir bricht fast das Herz. Hoffentlich finde ich sie noch lebend vor, wenn ich um 19:00 Uhr Heim komme.

Ich muß weiter funktionieren, manche Kunden heute gehen mir heute einfach auf den Geist, aber ich muß mich zwingen, mir nichts anmerken zu lassen. Meine Gedanken sind zu Hause bei Diesel. Wenn sie nur durchhält!

Meine Gedanken gehen zurück. Mein Perserkatzenmädchen, mein Babyersatz. Sie wartet zu Hause auf mich, wenn ich von der Arbeit komme, sie hat mich fast zehn Jahre begleitet. Seit sie bei mir ist, waren wir nur einmal länger getrennt. Damals war ich im Krankenhaus und es hieß, ich würde sterben. Damals hat Diesel tagelang nicht gefressen, sich verkrochen. Als hätte sie gespürt, dass es mir schlecht geht. Meine Mutter hat mir im Krankenhaus gesagt, sie weiß nicht mehr, was sie machen soll. Als ich aus dem Krankenhaus gekommen bin, war nicht klar, wer schlimmer aussah: Diesel oder ich.

Als sie noch ein Katzenbaby war, schlief sie auf meinem Kopfpolster, in meine (damals noch langen) Haare wie in ein Nest eingekuschelt. Wenn ich in der Küche war, stieg sie an meinem Bein hoch wie an einem Baum, um zu sehen, was ich koche. Egal, ob ich eine Jeans anhatte oder bloße Haut. Das hat sie später zum Glück gelassen...

Wenn Diesel gähnt, hat sie mitten auf der Zunge einen kleinen schwarzen Fleck wie ein Zungenpiercing. Ihre wunderschönen Augen haben noch jeden beeindruckt, der sie gesehen hat. Bernsteinfarben und riesengroß sind sie.

Gemeinsam waren wir campen in Deutschland, in der Schweiz, in Südtirol. Sie ist eine richtige kleine Nomadenkatze, denn immerhin musste ich in den letzten paar Jahren berufsbedingt mehrmals umsiedeln. Egal, wo wir waren, sie hat genauso wie ich immer sofort Fuß in der neuen Gegend gefasst. Seit zwei Monaten weiß ich, dass sie eine Erbkrankheit hat, die Geschwüre an den Nieren verursacht (PKD) und nicht heilbar ist. Jeden Tag bekommt sie von mir deswegen Tabletten, regelmäßig wird ihr Blut untersucht. Vor drei Tagen hat der Tierarzt noch gesagt, sie sei in ziemlich guter Verfassung. Und heute Morgen das!

Die Tierärztin hat gesagt, ich könne ohnehin nichts tun. Ob sie noch am Leben ist, wenn ich nach Hause komme? Die Chancen stehen bei weniger als 50 Prozent. Ich muß bis 19:00 Uhr arbeiten, funktionieren, darf mir nichts anmerken lassen und dabei bricht es mir das Herz.

 

8.11.09 15:06
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sepp (Oberpfalzläufer) (9.11.09 22:01)
Hallo katzie, das hört sich nicht gut an.
Ich hoffe doch es wird bald wieder, ich drück die Daumen!!!

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